5.200.000 m³ Abwasser prüfen, verteilen, klären wir jährlich
5.200.000 m³, die über das bestehende Kanalnetz den Kläranlagen zugeführt wird. Die Entwässerungsstruktur ist historisch gewachsen; dabei wurden überwiegend Mischsysteme realisiert, in denen Schmutz- und Niederschlagswasser gemeinsam in einem Kanal abgeführt werden.
Diese Infrastruktur bildet die Grundlage der heutigen Abwasserbeseitigung und ermöglicht eine flächendeckende Sammlung, Ableitung und Behandlung der anfallenden Abwässer. Durch das vorhandene Netz wird ein sicherer und geordneter Transport zu den Kläranlagen gewährleistet, sodass eine zuverlässige Reinigung und Einleitung in die Gewässer erfolgen kann.
Neben der Wasserversorgung stellt auch die Abwasserbeseitigung eine unserer zentralen Aufgaben dar. Wir verantworten den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung eines Kanalnetzes von über 440 km Länge sowie 77 Regenbauwerken zur Rückhaltung und Regelung von Niederschlagswasser. Ergänzt wird dieses System durch 12 Kläranlagen unterschiedlicher Größe und technischer Ausprägung.
Die Verfahren der Abwasserreinigung haben sich im Laufe der Zeit deutlich weiterentwickelt. Während früher überwiegend mechanische Prozesse zur Entfernung von Feststoffen eingesetzt wurden, erfolgt die Reinigung heute in mehreren aufeinander abgestimmten Stufen. Nach der mechanischen Vorreinigung wird das Abwasser biologisch behandelt, in vielen Anlagen schließt sich zusätzlich eine chemische Reinigungsstufe an.
Durch dieses mehrstufige Verfahren können insbesondere Ammonium-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen effektiv reduziert werden. Auf diese Weise tragen wir wesentlich zum Schutz der Gewässer sowie zur Sicherung eines guten ökologischen und chemischen Zustands bei.
Prüfen, Trennen – Sammeln & Ableiten
Heute bedient man sich in Neubaugebieten und – sofern es die örtlichen Rahmenbedingungen zulassen – auch in Fällen von Bestandserneuerungen sogenannter Trennsysteme. Hier wird das behandlungsbedürftige Schmutzwasser vom unbelasteten Niederschlagswasser getrennt gesammelt und abgeleitet. Die Regeneinläufe in den Straßen, die privaten Hofflächen und die Dachrinnen entwässern in den einen und das Schmutzwasser fließt in den anderen Kanal.
40 Jahre - 1 Kanal
Viele unserer Bauwerke sind sogar weitaus älter
Betriebswirtschaftlich wird für Kanäle in der Regel eine Nutzungsdauer von etwa 40 Jahren angesetzt. Viele unserer Bauwerke haben dieses Alter bereits überschritten und erfordern daher eine kontinuierliche Bewertung sowie schrittweise Erneuerung.
Gesetzliche Vorgaben verpflichten uns, das gesamte Kanalnetz in regelmäßigen Abständen – mindestens alle zehn Jahre – mittels Kamerabefahrung zu überprüfen. Die dabei erfassten Schäden werden systematisch bewertet und entsprechend ihrer Dringlichkeit eingeordnet. Die Beseitigung erfolgt anschließend gestaffelt: unmittelbar, kurzfristig (2 bis 3 Jahre), mittelfristig (bis zu 5 Jahre) oder langfristig (8 bis 10 Jahre).
Für diese turnusmäßigen Inspektionen investieren wir über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 2 Mio. Euro und stellen damit die nachhaltige Funktionsfähigkeit und Sicherheit des Kanalnetzes sicher.