Unterschiedliche Kläranlagentypen

Neben den drei Belebungsanlagen in Hachenburg, Limbach und Mudenbach betreiben wir in Heimborn, Müschenbach, Nister und Stein-Wingert Kläranlagen, die im Sequencing-Batch-Reactor-Verfahren (SBR-Verfahren) arbeiten. Im Unterschied zu klassischen Belebungsanlagen erfolgt die Abwasserreinigung hier zeitlich gestaffelt, jedoch innerhalb eines einzigen Beckens.

Ergänzt wird der Anlagenbestand durch ältere Teichkläranlagen in Giesenhausen, Kroppach, Mündersbach, Roßbach und Steinebach, die mittel- bis langfristig weiterentwickelt und optimiert werden sollen. Die Reinigungsleistung der einzelnen Anlagen variiert zwischen 240 und 8.000 Einwohnerwerten (EW).

Insgesamt stellt die Abwasserreinigung einen energieintensiven Prozess dar. Der jährliche Stromverbrauch beläuft sich auf rund 1.300.000 kWh und entspricht damit dem Energiebedarf von etwa 370 Haushalten.

Grabenlos, geschlossen oder offen

Wir unterscheiden zwischen kleineren Reparaturarbeiten, Schäden, die grabenlos beziehungsweise in geschlossener Bauweise mithilfe von Robotertechnik direkt aus dem Kanal heraus behoben werden können, sowie Maßnahmen, bei denen eine Sanierung in offener Bauweise erforderlich ist. Bei diesen Arbeiten erfolgt eine enge Abstimmung mit der jeweiligen Ortsgemeinde, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Erneuerung des Straßenoberbaus. Ziel ist es, Maßnahmen sinnvoll zu bündeln und bestmögliche Synergieeffekte zu erzielen.

Die aktuellen Erhebungen haben ergeben, dass in den kommenden zehn Jahren ein Investitionsbedarf von rund 2,5 Mio. Euro für Reparaturen, etwa 3,7 Mio. Euro für grabenlose Sanierungen sowie rund 26 Mio. Euro für Erneuerungen in offener Bauweise besteht.

Klimawandel & Starkregen

Zurückhaltung zum Schutz der Ortsgemeinden

Ebenso bedeutsam wie der Schutz privater Grundstücke ist für uns die Ausrüstung der Mischsysteme mit sogenannten Regenentlastungsbauwerken. Diese Anlagen ermöglichen es, bei starken Niederschlagsereignissen anfallendes Abwasser zwischenzuspeichern und kontrolliert weiterzuleiten.

Je nach Ausführung tragen sie dazu bei, sowohl das Kanalnetz als auch die Kläranlagen zu entlasten. Auf diese Weise wird die Leistungsfähigkeit der Entwässerungssysteme auch bei Starkregenereignissen zuverlässig gewährleistet.

Endstation Kläranlage

Das Abwasser wird in den Kläranlagen als zentrale Einrichtungen der Abwasserreinigung in mehreren aufeinander abgestimmten Verfahrensstufen behandelt.

Zunächst durchläuft es den Rechen sowie den Sand- und Fettfang. Im anschließenden Vorklärbecken erfolgt die letzte Stufe der mechanischen Reinigung. Dabei sinken schwerere Bestandteile zu Boden, während das vorgeklärte Abwasser in die nächste Behandlungsstufe weitergeleitet wird. Der dabei entstehende Primärschlamm wird separat erfasst und einer weiteren Behandlung zugeführt.

Im Belebungsbecken, dem Kernbereich der biologischen Reinigung, werden unter Zufuhr von Sauerstoff und durch intensive Durchmischung organische Stoffe sowie Stickstoffverbindungen von Mikroorganismen abgebaut. In zahlreichen Anlagen folgt zusätzlich eine chemische Reinigungsstufe, in der insbesondere Phosphate gezielt entfernt werden.

11 Anlagen zur Abwasserreinigung